Eigentlich war es meine Plan im Blog über Klettersteig-Touren zu schreiben. Aber das Wetter macht mir gerade einen Strich durch dir Rechnung. Seit Stunden gewittert es in den Gardaseebergen und es regnet aus allen Wolken.

Regel #1: Gehe niemals bei Gewitter oder schlechten Wetter auf den Klettersteig. Lebensgefahr!

Kommt da Stress oder schlechte Laune hoch?

 

Kennst du das auch? Da freust du dich schon das ganze Jahr auf den heißersehnten Urlaub. Vorher hattest du beruflich Mega-Stress damit auch alles erledigt ist und du denkst dir: „Da musst du jetzt durch, die paar Tage schafft du noch – Augen zu und durch!  Was dich in dieser Situation wirklich noch aufbaut ist die Vorfreude auf den Urlaub. Du zählst bereits die Tage und schneidest gedanklich in deinem Kopf bereits das Maßband ab. Schnipp-Schnapp und dann, endlich – Der ist Urlaub ist da.

Irgendwie bist du aber schon wieder unter Strom, denn es ist noch keine einzige Tasche gepackt. Es war keine Zeit vorher. Dein Gehirn tickt. Letztes Jahr hast du dir doch diese tolle Checkliste gemacht und wo ist die nun? Was brauchst du alles? Radlklamotten, Kletterklamotten, normale Klamotten. Schuhe? Kletterausrüstung, Helm, Trinkflaschen etc. Wie wird das Wetter? Pooaah, ist dass alles anstrengend.

Nun geht’s endlich los. Doch, kaum auf der Straße – Stau ohne Ende, obwohl es doch fast Ferienende ist. Aus geplanten 5-6 Stunden Autofahrt, werden es letztendlich doch einige Stunden mehr.  Auch das hat irgendwann ein Ende. Nun endlich funkeln die Berge oder der See vor deinen Augen, abends im warmen Mondlicht. Du bist endlich da, es ist eine Freude und du fällst erschöpft ins Bett. Oder du kannst vielleicht gar nicht einschlafen?

In der Nacht beginnt es vielleicht auch noch draußen zu rumoren, es donnert, blitzt, regnet in Strömen. Und du? Du hast schlechte Laune und fühlst dich vollkommen gestresst! Du weiß gar nicht was du zuerst tun will. Tausend Gedanken rasen durch deinen Kopf, das reinste Kopfgewitter. Halb bist du noch im Job und halb willst du bereits auf dem höchsten Berg sein. Der Wetterbericht hatte doch gutes Wetter vorausgesagt.

 

Krisenstimmung kommt auf: Plötzlich fühlst du dich total unsicher und deine Knie werden ganz zittrig. Scheibenkleister! Was ist das? War’s das jetzt?

 

Nein, Alles wird gut!

 

Du bist nämlich in eine Falle getappt. Ich nenne diese Falle: „Wie versemmelst du dir mental garantiert das Ankommen im Urlaub?!“ Wenn du bereits hineingetappt bist, dann gibt es auch wieder einen Weg heraus. Auf dem Wegweiser-Schild steht:

 

Geh nett mit dir um! Erlaube dir, mit dir selbst zu sprechen, wie du auch mit deinem besten FreundIn sprechen würdest.

 

Würdest du zu deinem FreundIn sagen, dass er ein „Loser“ ist? Oder würdest du sagen: „Das ist vollkommen okay! Schau mal, was du vor deinem Urlaub alles geleistet hast.

 

 

Rechne ein, dass es dir auch mal nicht so gut gehen könnte.

 

Meist sind wir ja Menschen, die nicht ständig in den Bergen sind oder dort wohnen. Wir sitzen im Büro und leben unseren Alltag. Dann gehen wir in den Urlaub und wollen plötzlich Bäume ausreißen. Wir gehen vom Alltags-Stress in den Freizeit-Stress und wundern uns, warum es nicht so klappt mit der Kletterei oder warum wir plötzlich Probleme haben, die wir vorher vielleicht noch gar nicht kannten. Zu diesen Problemen gehört oft auch die Höhenangst. Waren wir früher nur etwas unsicher, erleben wir am Grat oder bereits bei einer einfachen Kletterei eine völlige Blockade. Neben der eigenen Frustration führen wir vielleicht auch noch eine unschöne Diskussion mit dem Partner nach dem Motto: „Stell dich nicht so an, das geht schon!“.

 

Akklimatisierung ist die halbe Miete

 

Deshalb, wenn du schon gestresst ankommst oder du schon vorher „rumkränkelst“ – Akklimatisiere dich zuerst in den Bergen! Das wissen auch Profisportler. Selbst diese treffen bereits Tage / Wochen vor einem großen Event am Austragungsort ein um sich einzugewöhnen. [Gut sein, wenn’s drauf ankommt!]

Meine Empfehlung wäre: Am ersten Tag gehst du erst eine kleinere Tour, besuchst erst mal deine „Lieblings-Alm“ oder suchst dir einen nicht allzu langen Klettersteig mit den Schwierigkeitsstufen A / B um dich an die Höhe zu gewöhnen und um die Technik zu üben. Gerade Menschen, die nicht aus den Bergen kommen und im Alltag nur das platte Land kennen, sind hier ganz besonders anfällig.

Sei dir stets bewusst: „Höhe hat ganz viel mit Gewohnheit zu tun!“.

 

P.S. Inzwischen hat es das Regnen aufgehört. Auf geht’s zum Akklimatisieren zur Via ferrata Colodri.  😊

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