Seit Mitte Juli bin ich nun immer wieder wandernd unterwegs. Zuerst knapp 2 Wochen auf dem GTA (Grande Traversata delle Alpi). Durch den extrem heißen Sommer wurden der GTA und ich keine Freunde. Dann rief mich auch gleich der Traumpfad München – Venedig, den ich schon aus dem Jahr 2004 kannte. Alte Liebe rostet nicht! 😊 Ich machte mich auf von Innsbruck über den Alpenhauptkamm nach Italien bis zum Grödner Joch. Das war wirklich eine Wanderung die mein Naturherz sehr berührte.

Ende August nahm mich meine Wanderfreundin Birgit zu einer 11-tägigen Selbstversorger-Tour mit, nur mit Rucksack und Zelt entlang des Kungsleden Nord. Vorbei am Kebnekaise, dem höchsten Berg Schwedens. Und das war wirklich eine echte Herausforderung für mich, denn bis jetzt kannte ich nur „Luxus-Camping“. Bei so einer Tour entscheidet gute Planung über dein Wohlbefinden und vielleicht sogar über deine Gesundheit.

Als ausgebildeter Sport-Mental-Coach gehe ich Herausforderungen ziemlich strukturiert an, also lebe selbst „lösungsorientiert“. Es gibt da aber ein paar Fallen über die stolpere ich immer wieder, weil mein Kopfkino anspringt und ich es nicht stoppen kann. Eine dieser Fallen ist die Angst vor der Dunkelheit – insbesondere im Wald und „gedachter Wildnis“.

Ich sehe mich aufgefressen vom bösen Wolf. Horror!

Wie dich Angst limitiert? Dadurch kannst du gar nicht herausfinden was du alles kannst.

 

Wir haben bewusste Ängste, die aus früheren unguten Erfahrungen kommen. Wir haben eingeimpfte Ängste, die durch das Umfeld oder die Medien kommen. Und wir stecken uns gerne in Schubladen, weil wir davon überzeugt sind, etwas ganz bestimmt nicht zu können. Dazu kommt oft die Angst vor dem Versagen – die mitunter unbewusst ist: wir fallen in eine Vermeidungshaltung um gar nicht erst ans Ende unserer Komfortzone oder gar an unsere Angst zu kommen.

Wo wir gerade von Ängsten sprechen: Mal unabhängig davon, ob sie logisch gesehen „berechtigt“ ist oder nicht – die Angst, die wir selbst fühlen, ist für uns immer total real! Wurscht, worum es geht. Darum kommen wir auch schlecht mit Logik dagegen an.

Tatsache aber ist: Unser Hirn will uns schützen.

Dein Gehirn ist übervorsichtig und darum schreit es ganz schnell VORSICHT, wenn du etwas noch nie gemacht hast. Nicht, weil wir einer Sache nicht gewachsen wären, sondern weil wir sie noch nicht kennen.

Um Angst zu überwinden, packe den Stier bei den Hörnern. 3 Angstkanäle, die du aus dem Kopf werfen solltest.

 

Wer den Mut hat gegenzusteuern findet heraus, was er wirklich kann! Ich selbst habe mich meiner Angst vor der Dunkelheit gestellt. Durch meine Ausbildung als Wander- und Naturreise Guide übernachte ich in allen Blöcken immer draußen im Zelt. Schweden war meine persönliche Feuerprobe!

Diese drei Strategien nützen um deiner Angst gegen zu steuern:

 

  • Kopfkino

    Beim Kopfkino wird im Voraus schon gedacht, was alles passieren könnte. Im Kopf haben nur noch Zweifel und Sorgen Platz. Für das Gehirn macht es keinen Unterschied ob eine Gefahr gedacht oder real erlebt wird. Es werden in beiden Fällen dieselben Stresshormone ausgeschüttet. Bei meinen Höhenangst-Kunden löst das Kopfkino oft schon Panik aus, wenn sie nur das Klicken des Karabiners am Klettersteig hören. Wir Menschen haben die Fähigkeit unsere Gedanken zu steuern und planerisch zu handeln. Das nennt man die exekutiven Fähigkeiten. Übersetzt: wir ersetzen die limitierenden Kopfkino-Gedanken durch neue, gute, nährende Gedanken oder entwerfen im Coaching ein neues Gedanken- / Handlungsmodel.

 

  • Wenn-Aber-Spiel

    Wenn ich nur oft genug in die Berge könnte. Wenn ich nur Zeit zum trainieren hätte. Wenn ich nur wüsste, wie das geht! Wenn ich keine Höhenangst hätte. Wenn ich über Schotterfelder gehen könnte. Wenn nicht schon so viel Wochenenden bereits verplant wären. Aber ich habe gerade so einen wichtigen Auftrag im Job. Aber wie kann ich das mit meiner Familie vereinbaren? Oft verzettelt man sich im Alltag des Geschehens. Da kommt der Chef um die Ecke, obwohl Sport angesagt ist. Jeder kennt das. Hier hilft die Alpen-Methode. Mit dieser Methode werden Zeitfresser eliminiert, kann man sich organisieren, können Prioritäten neue gesetzt werden. Anschließend ist es wichtig, sich auf den vereinbarten Plan zu fokussieren. (Wenn du wissen möchtest wie die Alpen-Methode funktioniert, dann schreibe mir gerne.)

 

  • Hätte-Hätte-Fahrradkette

    Das hätte ich alles schon früher angehen müssen. Hätte ich schon früher dran gedacht, jetzt ist es zu spät. Jetzt bin ich zu alt, zu dick, zu dünn. Ich habe Probleme mit Knie und Rücken.Manchmal sind diese Argumente schlichtweg gerechtfertigt. Doch manchmal erahnt man bzw. weiß es eigentlich in ruhigen Momenten selbst, dass man gerade nicht aus der Komfortzone heraus möchte. Manchmal ist aber der Berg einfach zu groß der vor einem steht – um in der Wandersprache zu bleiben.

    Da hilft nur: Aufstehen, Wanderschuhe anziehen und zu gucken, was der Weg nach der nächsten Biegung bereit hält.

Ringst auch du mit heimlichen Ängsten, die dich ganz schön fies anknabbern?

 

Was hat das nun mit dir zu tun? Was ist die DEINE bevorzugte Strategie um dich selbst zu sabotieren, obwohl man gerne eine Alpenüberquerung angehen, eine mehrtätige Wanderreise oder endlich den Halb-Marathon laufen möchte?

Mut bedeutet auch, einfach seine Taschenlampe in’s Gebüsch zu halten.
Manchmal wird dann aus dem bösen Wolf ein süßes Häschen, das da raschelt im Gebüsch.

Probier es doch einfach mal aus, in ganz kleinen machbaren Schritten, deiner Angst Paroli zu bieten.

Oder hinterlasse mir eine Kommentar, was du dir als Nächstes vornehmen möchtest um deinen Mut neu zu erleben.

 

Bleibt mutig und beweglich,

Heidi

P.S.: Für mich gehts nun für fast 4 Wochen nach Südafrika! Yuhu..

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